Überblick
Der Bereich in Kürze
Elektrik umfasst die gesamte elektrische Infrastruktur eines Gebäudes: von der Hausanschlussleitung über Zählerplatz, Unterverteilung, Leitungsnetz und Schutzorgane bis zu Beleuchtung, Steckdosen und Kommunikationsanlagen. Jede Änderung berührt die Normenreihe DIN VDE 0100, die Errichtung, Schutzmaßnahmen und Prüfung regelt. Hanswil erklärt, welche Schritte vom Aufmaß bis zur Abnahme anfallen und welche Nachweise Sie erwarten dürfen.
Zuständig sind Elektrotechnikermeister und eingetragene Elektrobetriebe. Sie planen, montieren und prüfen nach DIN VDE 0100-410:2018-06 und DIN VDE 0100-600:2017-06. Für Wallboxen und Photovoltaik gelten zusätzliche Anforderungen, etwa VDE-AR-N 4100:2019-04. Hanswil nennt die genauen Qualifikationen und die öffentlichen Register, in denen Sie diese prüfen können.
Gewerke
Die Gewerke dieses Bereichs
Know-how
Die Kompetenzen eines qualifizierten Betriebs:
Die fachlichen Aufgaben eines ausgebildeten und versicherten Betriebs.
- Der Betrieb erfasst Rohbaumaße, Leitungswege und Anschlusspunkte. Er dimensioniert Leitungsquerschnitte nach DIN VDE 0298-4:2013-06 und legt Schutzmaßnahmen fest. Das Aufmaß ist Grundlage für ein verbindliches Angebot und verhindert Nachträge.
- Montage von Zählerplatz, Unterverteilung, Leitungen, Schaltern und Steckdosen nach DIN VDE 0100-520:2013-06. Der Betrieb stellt sicher, dass Leitungen fachgerecht verlegt und Anschlüsse zugentlastet sind – Grundlage für Betriebssicherheit und Versicherungsschutz.
- Nach Fertigstellung prüft der Betrieb die Anlage nach DIN VDE 0100-600:2017-06: Isolationswiderstand, Schutzleiterwiderstand, FI-Funktion. Das Messprotokoll dokumentiert die Ergebnisse und ist Voraussetzung für die Abnahme durch den Bauherrn.
- Errichtung von Ladepunkten nach VDE-AR-N 4100:2019-04 und DIN VDE 0100-722:2019-06. Der Betrieb meldet die Wallbox beim Netzbetreiber an, dimensioniert den Anschluss und prüft die Ladeleistung – Voraussetzung für Förderung.
- Planung und Installation von PV-Anlagen mit Speicher nach DIN VDE 0126-1-1:2013-08 und VDE-AR-N 4105:2018-11. Der Betrieb übernimmt Anmeldung und Abnahme beim Netzbetreiber und erstellt den Nachweis für die Förderung.
- Verkabelung und Programmierung von KNX- oder IP-basierten Systemen. Normen: DIN EN 50090-2-2:2005-07 und DIN VDE 0829-1:2018-10. Der Betrieb sorgt für Kompatibilität und dokumentiert die Anlagenkonfiguration.
Diese Arbeiten dürfen nur von einem Meisterbetrieb im Sinne der Handwerksordnung ausgeführt werden, der in der Handwerksrolle der zuständigen Handwerkskammer eingetragen ist.
Budget
Stundensatz und typische Arbeiten
Der Stundensatz für einen Elektro-Meisterbetrieb liegt 2024 zwischen 65 und 110 €. Im ländlichen Raum Niedersachsen oder Sachsen sind 65–80 € üblich, im Großraum München, Hamburg oder Frankfurt 90–110 €. Hinzu kommen Materialkosten, Anfahrt und bei Notdienst Zuschläge von 50–100 %.
Für Wallboxen rechnen Betriebe pauschal 1.200–2.500 € inklusive Installation, bei aufwendiger Leitungsführung bis 3.500 €. Eine Sicherungskasten-Erneuerung kostet 800–1.800 €, abhängig von der Anzahl der Stromkreise und ob FI-Schutz nachgerüstet wird. Die Preise sind Markterhebungen 2024.
Leistungen
Die Leistungen dieses Bereichs
Gut zu wissen
Wann Sie einen Fachbetrieb beauftragen sollten
Rufen Sie einen Elektrobetrieb, wenn Sicherungen wiederholt auslösen, Leitungen warm werden oder der FI-Schutzschalter fehlt. Auch bei Umbau, Erweiterung der Steckdosen oder geplanter Wallbox ist ein Aufmaß vor Ort nötig. Ein Betrieb prüft die Bausubstanz und erstellt ein Angebot mit Messprotokoll.
Bei Neubau oder Kernsanierung gehört die Elektroplanung in die Rohbauphase. Spätestens vor dem Verputzen müssen Leitungen liegen. Für Förderungen wie KfW 458 oder BAFA-BEG ist die Antragstellung vor Auftragsvergabe Pflicht – sonst entfällt der Zuschuss.
Preisübersicht
Preise im Detail nach Ausführung
Bundesweit übliche Spannen, ohne Sonderfälle (Denkmalschutz, schwieriger Zugang, gehobene Ausstattung).
| Leistung | Übliche Preisspanne | Was Sie wissen sollten |
|---|---|---|
| Elektroinstallation Neubau | 8.000–15.000 € pauschal | Abhängig von Wohnfläche, Ausstattung und Region |
| Sicherungskasten erneuern | 800–1.800 € pauschal | Zahl der Stromkreise, FI-Nachrüstung, Leitungsführung |
| Wallbox installieren | 1.200–3.500 € pauschal | Leitungslänge, Unterverteilung, Netzbetreiber-Anmeldung |
| Arbeitsstunde Meisterbetrieb | 65–110 €/h | Ländlich 65–80 €, Ballungsraum 90–110 €, Stand 2026 |
| Notdienst Elektro | 120–220 €/h | Zuschlag 50–100 % auf Stundensatz, Anfahrt extra |
| Messprotokoll DIN VDE 0100-600 | 150–400 € pauschal | Umfang der Anlage, Zahl der Stromkreise |
| Photovoltaik-Anlage mit Speicher | 12.000–25.000 € pauschal | Leistung in kWp, Speichergröße, Dachbeschaffenheit |
Förderung & Normen
Förderungen, Normen und Pflichten
Maßgeblich sind DIN VDE 0100-410:2018-06 für Schutzmaßnahmen, DIN VDE 0100-520:2013-06 für Leitungsanlagen, DIN VDE 0100-600:2017-06 für Prüfungen sowie VDE-AR-N 4100:2019-04 für den Anschluss an das Niederspannungsnetz. Für Wallboxen gilt DIN VDE 0100-722:2019-06, für Photovoltaik VDE-AR-N 4105:2018-11. Diese Normen sind beim VDE-Verlag einsehbar.
Förderung bietet die KfW mit Programm 458 (Zuschuss 458 – Ladestationen für Elektroautos) bis 10.200 € pro Ladepunkt, Stand 2024, für förderfähige Kosten. Die BAFA fördert im Rahmen der BEG-Einzelmaßnahmen bestimmte Elektroarbeiten, wenn sie Teil einer energetischen Sanierung sind. Landesförderungen ergänzen dies, etwa in Bayern oder NRW. Antragstellung vor Auftragsvergabe ist Pflicht.
Tipps
Die Tipps von Hanswil vor der Unterschrift
🧰 Hanswil, unser Maskottchen, teilt seine Tipps und praktischen Hinweise, damit Ihr Vorhaben gelingt. Wer ist Hanswil?
Vor Auftrag prüfen
Lassen Sie sich die Eintragung in die Handwerksrolle zeigen – die Handwerkskammer-Suche ist öffentlich. Ohne diesen Nachweis dürfen Elektroarbeiten nicht ausgeführt werden.
Messprotokoll verlangen
Fordern Sie nach der Abnahme das Messprotokoll nach DIN VDE 0100-600:2017-06. Fehlt es, ist die Anlage nicht nachweislich geprüft – das kann die Versicherung im Schadensfall interessieren.
Angebot aufschlüsseln
Bestehen Sie auf getrennten Positionen für Material, Arbeitszeit und Anfahrt. Nur so vergleichen Sie Angebote sachlich und erkennen, ob der Stundensatz marktüblich ist.
Förderung vorher klären
Beantragen Sie KfW-Zuschüsse, bevor der Auftrag vergeben wird. Eine nachträgliche Antragstellung ist in der Regel ausgeschlossen – prüfen Sie die Förderdatenbank des Bundes.
Sicherungskasten checken
Lassen Sie den Sicherungskasten auf FI-Schutzschalter und Leitungsschutz prüfen. Fehlen diese, ist die Anlage nicht normgerecht – ein Nachrüsten kostet oft weniger als ein Schaden.
Wallbox anmelden
Vor Installation einer Wallbox ist der Netzbetreiber zu informieren. Die Anmeldung ist Pflicht und erfolgt durch den eingetragenen Elektrobetrieb – nicht durch den Bauherrn.
FAQ
Häufige Fragen
Welche Qualifikation muss ein Elektriker in Deutschland haben?
Er muss als Meisterbetrieb in der Handwerksrolle der zuständigen Handwerkskammer eingetragen sein. Das ergibt sich aus der Handwerksordnung, Anlage A. Die Eintragung können Sie über die Handwerkskammer-Suche öffentlich prüfen. Für bestimmte Tätigkeiten wie Wallbox-Installation ist zusätzlich ein Sachkundenachweis nach VDE-AR-N 4100:2019-04 erforderlich.
Was kostet eine Elektroinstallation im Neubau?
Die Kosten liegen 2024 bei 8.000–15.000 € für ein Einfamilienhaus mit 150 m², abhängig von Ausstattung und Region. Im ländlichen Raum sind 8.000–11.000 € üblich, im Ballungsraum 12.000–15.000 €. Enthalten sind Unterverteilung, Leitungen, Schalter, Steckdosen und Messprotokoll. Smart-Home-Komponenten erhöhen den Preis.
Wann lohnt sich der Austausch des Sicherungskastens?
Wenn FI-Schutzschalter fehlen oder die Anlage vor 1980 errichtet wurde. Nach DIN VDE 0100-410:2018-06 sind FI-Schutzschalter für Steckdosen bis 32 A vorgeschrieben. Ein Austausch kostet 800–1.800 € und erhöht die Betriebssicherheit. Lassen Sie den Kasten vorab durch einen eingetragenen Betrieb prüfen.
Welche Förderung gibt es für Wallboxen?
Die KfW fördert mit Programm 458 den Kauf und die Installation einer Ladestation bis 10.200 € Zuschuss, Stand 2024. Voraussetzung: Antrag vor Auftragsvergabe, Installation durch einen eingetragenen Elektrobetrieb, Anmeldung beim Netzbetreiber. Zusätzlich können Landesprogramme bestehen – prüfen Sie die Förderdatenbank des Bundes.