Überblick
Der Bereich in Kürze
Bad & Sanitär umfasst alle Arbeiten an Sanitärinstallation, Abdichtung, Fliesen, Lüftung und Elektrik im Nassbereich. Eine Sanierung beginnt mit dem Aufmaß und endet mit der Abnahme; dazwischen liegen Rohbau, Leitungsführung, Dichtheitsprüfung und Oberflächen. Jede dieser Stufen ist genormt, und jede wird einzeln abgerechnet. Wer die Positionen kennt, erkennt im Angebot sofort, ob etwas fehlt.
Die zentrale Regel ist die Abdichtung. DIN 18534-1:2017-07 legt fest, wo im Bad eine Verbundabdichtung nötig ist und welche Beanspruchungsklasse gilt. Hinzu kommen DIN 1988-200:2012-05 für Trinkwasserinstallationen, DIN 4109-1:2018-01 für Schallschutz und GEG § 71 für die Heizungsanbindung. Ohne diese Angaben im Angebot ist ein Vergleich der Preise nicht möglich.
Gewerke
Die Gewerke dieses Bereichs
Know-how
Die Kompetenzen eines qualifizierten Betriebs:
Die fachlichen Aufgaben eines ausgebildeten und versicherten Betriebs.
- Der Betrieb trägt die Verbundabdichtung nach DIN 18534-1:2017-07 auf, wählt die Beanspruchungsklasse und dokumentiert die Ausführung mit Fotos vor dem Fliesen. Das sichert die Gewährleistung und verhindert Feuchtigkeit in der Bausubstanz.
- Er verlegt Leitungen nach DIN 1988-200:2012-05 und DVGW-Regelwerk, führt die Dichtheitsprüfung mit Protokoll durch und spült die Anlage. Das verhindert Stagnation und sichert die Trinkwasserhygiene nach Trinkwasserverordnung.
- Er plant die Entwässerung mit Gefälle, setzt eine bodengleiche Dusche mit DIN EN 1253-1:2015-03 konformem Ablauf und dichtet den Übergang zum Estrich ab. So bleibt der Übergang dicht und barrierefrei nutzbar.
- Er berechnet den Luftwechsel nach DIN 1946-6:2019-12 und beachtet DIN 4109-1:2018-01 für Schallschutz. Das verhindert Feuchteschäden und hält Geräusche aus angrenzenden Räumen fern.
- Er installiert Stromkreise nach VDE 0100-410:2018-06 und VDE 0100-701:2008-10 mit RCD und Schutzbereichen. Das ist Voraussetzung für eine sichere Nutzung und für die Abnahme durch einen Sachkundigen.
Ausgeführt wird dies von einem Meisterbetrieb im Sinne der Handwerksordnung, eingetragen in der Handwerksrolle der zuständigen Handwerkskammer, für Abdichtung zusätzlich Fachbetrieb nach WHG.
Budget
Stundensatz und typische Arbeiten
Der Stundensatz eines Badsanierers liegt 2024 in Deutschland zwischen 55 und 95 € pro Arbeitsstunde. Im ländlichen Niedersachsen oder Sachsen-Anhalt sind 55–70 € üblich, im Großraum München, Stuttgart oder Hamburg 75–95 €. Hinzu kommen Material, Entsorgung und bei Förderprojekten die Baubegleitung. Viele Betriebe rechnen alternativ nach Quadratmeter oder Pauschale ab.
Die Spanne hängt von Region, Ausführungszeitpunkt und Zugänglichkeit ab. Ein Altbau mit engen Leitungswegen, Asbest in Bodenbelägen oder fehlender Vorwandinstallation erhöht den Aufwand. Wochenenden, Nachtarbeit und kurzfristige Termine schlagen ebenfalls auf. Seriöse Angebote weisen Material und Lohn getrennt aus, damit Sie Positionen vergleichen können.
Leistungen
Die Leistungen dieses Bereichs
Gut zu wissen
Wann Sie einen Fachbetrieb beauftragen sollten
Ein Bad sollte saniert werden, wenn die Abdichtung versagt, Fugen dauerhaft feucht bleiben oder sich Schimmel an Wärmebrücken zeigt. Auch ein Wasserschaden an der Vorwandinstallation zwingt zum Eingriff. Planen Sie eine Sanierung außerdem, wenn Sie barrierefrei umbauen wollen oder die Leitungen aus den 1970er- und 1980er-Jahren stammen und noch Blei oder verzinkten Stahl enthalten.
Ein reiner Austausch von Fliesen oder Armaturen ist keine Sanierung. Sobald Leitungen, Estrich oder Abdichtung geöffnet werden, greifen Normen und Förderbedingungen. Holen Sie dann mindestens drei Angebote ein, lassen Sie das Aufmaß vor Ort machen und prüfen Sie, ob eine Baubegleitung nötig ist. Eine Ortsbegehung vor der Vergabe ist Standard.
Preisübersicht
Preise im Detail nach Ausführung
Bundesweit übliche Spannen, ohne Sonderfälle (Denkmalschutz, schwieriger Zugang, gehobene Ausstattung).
| Leistung | Übliche Preisspanne | Was Sie wissen sollten |
|---|---|---|
| Bad komplett sanieren | 8.000–18.000 € pauschal | 6–9 m², regionale Abweichung bis 40 %, Stand 2026 |
| Dusche bodengleich einbauen | 2.500–5.500 € pro Dusche | Abhängig von Entwässerung, Estrich und Abdichtung |
| Barrierefreier Umbau | 10.000–22.000 € pauschal | Nach DIN 18040-2:2011-09, mit Förderung reduzierbar |
| Fliesenarbeiten | 90–160 €/m² | Material, Untergrund und Format bestimmen den Preis |
| Sanitärinstallation | 55–95 €/Stunde | Ländlich 55–70 €, Ballungsraum 75–95 €, Stand 2026 |
| Abdichtung nach DIN 18534 | 35–70 €/m² | Beanspruchungsklasse und Untergrund variieren |
| Baubegleitung | 1.500–3.500 € pauschal | Für Förderprojekte oft verpflichtend, Umfang variiert |
Förderung & Normen
Förderungen, Normen und Pflichten
Maßgeblich sind DIN 18534-1:2017-07 für die Abdichtung, DIN 1988-200:2012-05 für Trinkwasserinstallationen, DIN 4109-1:2018-01 für Schallschutz, DIN 1946-6:2019-12 für Lüftung sowie VDE 0100-410:2018-06 und VDE 0100-701:2008-10 für Elektroinstallationen im Nassbereich. Für barrierefreie Bäder gilt DIN 18040-2:2011-09. Die Heizungsanbindung regelt GEG § 71. Diese Normen müssen im Angebot benannt sein – fehlen sie, ist ein Preisvergleich nicht möglich.
Förderfähig sind Maßnahmen über das KfW-Programm 458 (Altersgerecht Umbauen) und die BAFA-BEG-Einzelmaßnahme für barrierefreie Umbauten, jeweils mit Antrag vor Maßnahmenbeginn. Ein Sanierungsfahrplan nach DIN V 18599 kann zusätzlich Landesförderungen öffnen, etwa in Bayern, Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg. Prüfen Sie die Förderdatenbank des Bundes und die Handwerkskammer, ob der Betrieb für die jeweilige Maßnahme zugelassen ist.
Tipps
Die Tipps von Hanswil vor der Unterschrift
🧰 Hanswil, unser Maskottchen, teilt seine Tipps und praktischen Hinweise, damit Ihr Vorhaben gelingt. Wer ist Hanswil?
Abdichtung schriftlich verlangen
Lassen Sie sich die Abdichtung nach DIN 18534-1:2017-07 im Angebot ausdrücklich nennen. Fehlt der Hinweis, ist der Preis nicht vergleichbar – und der Mangel zeigt sich erst nach Jahren.
Rohbaumaß vorab prüfen
Messen Sie vor der Planung die Rohbaumaße und prüfen Sie, ob bodengleiche Duschen möglich sind. Nachträgliche Änderungen kosten Aufmaß, Material und Zeit – das schlägt direkt auf die Rechnung.
Handwerksrolle prüfen
Fragen Sie nach dem Eintrag in der Handwerksrolle der zuständigen Handwerkskammer. Das ist öffentlich prüfbar und trennt einen Meisterbetrieb von einem Anbieter ohne Zulassung.
Förderfähigkeit vor Beginn
Klären Sie die Förderung, bevor Sie unterschreiben. KfW-Programm 458 und BAFA-BEG-Einzelmaßnahmen verlangen einen Antrag vor Maßnahmenbeginn – sonst verfällt der Zuschuss.
Lüftung nicht vergessen
Prüfen Sie die Lüftung nach DIN 1946-6:2019-12. Ein Bad ohne nachgewiesenen Luftwechsel bekommt Feuchtigkeit in die Bausubstanz – das ist teurer als jede Lüftungsanlage.
Abnahme protokollieren
Bestehen Sie auf einer Abnahme mit Protokoll. Halten Sie Fotos der Abdichtung vor dem Fliesen fest. Ohne diesen Nachweis wird die Gewährleistung später schwer durchsetzbar.
FAQ
Häufige Fragen
Welche Normen gelten für die Abdichtung im Bad?
Zentral ist DIN 18534-1:2017-07. Sie legt Beanspruchungsklassen fest und schreibt vor, wo eine Verbundabdichtung nötig ist – etwa im Duschbereich, hinter Waschbecken und im gesamten Bodenbereich. Ergänzend gilt die Fliesennorm DIN 18534-3:2017-07 für den Verbund. Lassen Sie sich die Abdichtung im Angebot mit Norm und Fassungsdatum nennen.
Was kostet eine Badsanierung in Deutschland?
Ein Komplettbad von 6–9 m² kostet 2024 je nach Region 8.000–18.000 €. Im ländlichen Raum sind 8.000–12.000 € üblich, im Ballungsraum 13.000–18.000 €. Teurer wird es bei barrierefreiem Umbau, Asbestentsorgung oder aufwendiger Leitungsführung. Die Werte stammen aus einer eigenen Auswertung von Partnerangeboten.
Welche Qualifikation muss ein Badsanierer haben?
Er muss als Meisterbetrieb im Sinne der Handwerksordnung in der Handwerksrolle der zuständigen Handwerkskammer eingetragen sein. Für Abdichtungsarbeiten ist zusätzlich die Qualifikation als Fachbetrieb nach WHG üblich, für Elektroarbeiten ein eingetragener Elektrofachbetrieb. Prüfen Sie den Eintrag öffentlich bei der Handwerkskammer.
Welche Förderung gibt es für barrierefreie Bäder?
Das KfW-Programm 458 fördert altersgerechten Umbau, die BAFA-BEG-Einzelmaßnahme bestimmte Effizienzmaßnahmen. Beide verlangen einen Antrag vor Maßnahmenbeginn. Zusätzlich gibt es Landesprogramme, etwa in Bayern und Nordrhein-Westfalen. Prüfen Sie die Förderdatenbank des Bundes und lassen Sie die Förderfähigkeit vor der Vergabe schriftlich bestätigen.