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Elektrik · Sanierung

Sicherungskasten erneuern: Ablauf, Kosten und Normen im Überblick

Der Sicherungskasten ist das Herz der Elektroinstallation. Ist er veraltet, fehlen Schutzschalter und die Norm verlangt Nachrüstung. Hanswil erklärt, welche Arbeiten anfallen, was sie kosten und welcher Betrieb sie ausführen darf.

Arbeiten: Elektrik

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1.200–3.500 €Kosten pro Anlage Markterhebung 2024, ohne Zuleitung
1–2 TageMontagedauer Je nach Anzahl der Stromkreise
DIN VDE 0100-410Schutzmaßnahme Fassung 2018-06, Basisschutz
3–5 JahrePrüfintervall Empfehlung DGUV, ortsfeste Anlagen

Überblick

Was beim Sicherungskasten erneuern anfällt

Beim Sicherungskasten erneuern wird die zentrale Verteilanlage einer Wohnung oder eines Hauses ausgetauscht. Der alte Kasten mit Schraubsicherungen oder einfachen Leitungsschutzschaltern weicht einer neuen Verteilung mit FI-Schutzschaltern, Überspannungsschutz und beschrifteten Stromkreisen. Der Eingriff betrifft die gesamte Elektroinstallation, weil alle abgehenden Leitungen neu aufgelegt und geprüft werden müssen.

Betroffen sind vor allem Gebäude mit Baujahr vor 1985, in denen der Bestandsschutz endet, sobald wesentliche Änderungen vorgenommen werden. Die Arbeiten dauern je nach Anzahl der Stromkreise ein bis zwei Tage und erfordern eine Freischaltung durch den Netzbetreiber. Der Elektrofachbetrieb muss in der Handwerksrolle der zuständigen Handwerkskammer eingetragen sein.

Ablauf

Ablauf, Dauer und Kosten der Erneuerung

Der Ablauf beginnt mit einer Ortsbegehung, bei der der Elektriker den Bestand aufnimmt: Anzahl der Stromkreise, Querschnitt der Leitungen, Zustand des Zählerplatzes und der Potentialausgleich. Danach folgt das Aufmaß und die Erstellung eines Angebots mit Einzelpositionen. Vor der Montage wird die Anlage beim Netzbetreiber abgemeldet und freigeschaltet. Der eigentliche Austausch umfasst das Entfernen des alten Kastens, das Setzen der neuen Verteilerung, das Auflegen aller Stromkreise sowie die Installation von FI-Schutzschaltern und Überspannungsschutz.

Die Montage dauert in einer durchschnittlichen Wohnung mit 12 bis 18 Stromkreisen einen Tag, in Einfamilienhäusern mit 25 bis 40 Stromkreisen bis zu zwei Tage. Hinzu kommen die Messung nach DIN VDE 0100-600:2017-06 und die Dokumentation. Die Kosten liegen nach Markterhebung 2024 zwischen 1.200 und 3.500 € netto, abhängig von der Anzahl der Stromkreise und dem Zustand der Zuleitung. Im ländlichen Raum Niedersachsens sind 1.200–2.200 € üblich, im Großraum München 1.800–3.500 €.

Beteiligt sind der Elektromeisterbetrieb, der die Arbeiten ausführt, und der Netzbetreiber, der die Freischaltung vornimmt. Bei Förderprogrammen wie der KfW-Programm 458 oder der BAFA-BEG-Einzelmaßnahme kann eine Baubegleitung erforderlich sein. Der Elektriker muss die Anlage nach Abschluss mit einem Prüfprotokoll übergeben, das die Messwerte und die verwendeten Normen dokumentiert.

Budget

Was kostet Sicherungskasten erneuern? Preise und Spannen

Für die Erneuerung eines Sicherungskastens in einer Wohnung liegt der Preis bundesweit meist zwischen 900 und 2.200 €. Im ländlichen Niedersachsen oder Sachsen beginnen Angebote bei rund 750 €, im Großraum München, Stuttgart oder Frankfurt am Main reichen die Preise von 1.400 bis 3.000 €. Grundlage: eigene Auswertung von Partnerangeboten 2024, Schätzung mit Unsicherheitsbereich ±15 %.

Die Spanne hängt ab von der Zahl der Stromkreise, dem Aufwand für neue Leitungen, der Art der Unterverteilung, dem Nachrüsten von FI-Schutzschaltern und Überspannungsschutz sowie davon, ob Wände geöffnet und wieder verschlossen werden müssen. Auch die regionale Handwerkerdichte und die Auslastung der Elektrofachbetriebe beeinflussen den Preis.

Preisübersicht

Preise im Detail nach Ausführung

Bundesweit übliche Spannen, ohne Sonderfälle (Denkmalschutz, schwieriger Zugang, gehobene Ausstattung).

LeistungÜbliche PreisspanneWas Sie wissen sollten
Sicherungskasten erneuern (Standardwohnung) 900–2.200 € pro Wohnung Abhängig von Stromkreiszahl, Leitungswege, Region und Nachrüstumfang
Unterverteilung inkl. Neuer Leitungen 1.200–3.500 € pro Wohneinheit Erfordert oft Stemmarbeiten und Trockenbau; Preis steigt mit Leitungsmeter
FI-Schutzschalter (RCD) nachrüsten 80–180 € pro Stromkreis Typ A oder Typ B je nach Verbraucher; Einbau im neuen Verteiler
Überspannungsschutz einbauen 150–350 € pro Anlage Nach DIN VDE 0100-443:2016-10, inkl. Ableiter und Verdrahtung
Leitungen erneuern (Unterputz) 35–70 € pro Meter Inkl. Schlitzen, Verlegen, Verschließen; Altbau oft teurer
Abnahme und Messprotokoll 120–250 € pauschal Nach DIN VDE 0100-600:2017-06, mit Isolations- und Schleifenmessung
Zählerschrank versetzen oder erneuern 800–2.000 € pro Schrank Erfordert Abstimmung mit Netzbetreiber und TAB; oft bei Komplettsanierung

Gut zu wissen

Wann sollte man den Sicherungskasten erneuern lassen?

Ein Sicherungskasten muss erneuert werden, wenn er noch Schraubsicherungen oder Keramiksicherungen enthält, keine FI-Schutzschalter (RCD) für Laien zugängliche Stromkreise besitzt oder die Leitungsquerschnitte nicht mehr der DIN VDE 0100-410:2018-06 entsprechen. Auch nach einem Wasserschaden, bei häufigen Auslösungen ohne erkennbaren Grund oder wenn die Versicherung nach einem Brand den Nachweis der Anlage verlangt, ist der Austausch angezeigt.

Vor dem Kauf oder der Sanierung eines Hauses sollte der Kasten geprüft werden: Oft fehlen Überspannungsschutz nach DIN VDE 0100-443:2016-10 und der Nachweis der Schutzmaßnahmen. Auch der Einbau einer Wallbox, einer Photovoltaikanlage oder einer Wärmepumpe macht meist einen neuen Verteiler mit ausreichend Reserveplätzen erforderlich. Spätestens wenn die Anlage älter als 40 Jahre ist, raten Fachbetriebe zur Bestandsaufnahme.

Tipps

Die Tipps von Hanswil vor der Unterschrift

🧰 Hanswil, unser Maskottchen, teilt seine Tipps und praktischen Hinweise, damit Ihr Vorhaben gelingt. Wer ist Hanswil?

FI-Schutz prüfen

Fragen Sie vor der Beauftragung, ob ein FI-Schutzschalter Typ A mit 30 mA für alle Stromkreise vorgesehen ist. Ohne ihn ist der Bestandsschutz schnell vorbei.

🧰 HanswilOffizielles Maskottchen

Zählerplatz mitdenken

Klären Sie, ob der Zählerplatz den Anforderungen des Netzbetreibers entspricht. Sonst kommt der Messstellenbetreiber später mit eigenen Forderungen.

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Bestand dokumentieren

Lassen Sie den alten Kasten vor dem Ausbau fotografieren. Das hilft bei Versicherungsfragen und beim Nachweis des Bestandsschutzes.

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Adern prüfen lassen

Sind die Leitungen zweiadrig ohne Schutzleiter, reicht der neue Kasten allein nicht. Dann muss der Elektriker die Stromkreise neu verdrahten.

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Messprotokoll anfordern

Verlangen Sie nach der Abnahme ein Messprotokoll nach DIN VDE 0100-600:2017-06. Ohne dieses Dokument fehlt der Nachweis für die Versicherung.

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Angebot vergleichen

Lassen Sie sich Positionen einzeln ausweisen: Kasten, FI, Leitungen, Messung. Pauschalpreise ohne Aufschlüsselung erschweren den Vergleich.

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FAQ

Häufige Fragen

Was kostet der Austausch eines Sicherungskastens inklusive neuer Leitungen?

Die Kosten liegen je nach Umfang zwischen 1.200 und 3.500 Euro. In ländlichen Regionen (z. B. Niedersachsen) sind es eher 1.200–2.200 Euro, im Großraum München 2.000–3.500 Euro (Markterhebung 2024). Enthalten sind meist ein neuer Verteiler nach DIN 43880, FI-Schutzschalter (RCD) nach VDE 0100-410:2018-06 und die Anpassung der Stromkreise. Ein Angebot sollte Positionen nach VOB/C aufschlüsseln.

Welche Normen und Vorschriften muss der neue Sicherungskasten erfüllen?

Maßgeblich sind DIN VDE 0100-410:2018-06 (Schutz gegen elektrischen Schlag), DIN VDE 0100-530:2018-06 (Auswahl und Errichtung von Betriebsmitteln) sowie die TAB des Netzbetreibers. Für den Fehlerstromschutz gilt: Alle Steckdosenstromkreise bis 32 A benötigen einen RCD mit 30 mA. Der Elektriker muss die Anlage nach DIN VDE 0100-600:2017-06 prüfen und ein Prüfprotokoll erstellen.

Welche Qualifikation muss der Elektriker für den Austausch haben?

Der Betrieb muss in der Handwerksrolle der zuständigen Handwerkskammer als Elektrotechniker-Handwerk eingetragen sein. Die ausführende Person benötigt eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung im Elektrohandwerk, idealerweise als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, sowie eine gültige Eintragung als beim Netzbetreiber eingetragener Installateur. Prüfen Sie die Eintragung über die Handwerkskammer-Suche.

Wie läuft der Austausch ab und wie lange dauert er?

Nach einer Ortsbegehung erfolgt das Aufmaß und die Planung. Am Montagetag wird die Stromversorgung unterbrochen, der alte Verteiler demontiert und der neue nach DIN 43880 installiert. Die Verkabelung wird angepasst, RCDs und Leitungsschutzschalter werden gesetzt. Anschließend erfolgt die Prüfung nach DIN VDE 0100-600:2017-06 mit Protokoll. Die reine Arbeitszeit beträgt 1–2 Tage, bei umfangreicher Sanierung auch länger.

Gibt es Förderungen für die Erneuerung des Sicherungskastens?

Direkte Zuschüsse für den Sicherungskasten sind selten. Im Rahmen der energetischen Sanierung kann die KfW über das Programm 458 (Heizungsförderung) oder die BAFA-BEG-Einzelmaßnahme (Stand 2024) indirekt relevant sein, wenn Elektroarbeiten für Wärmepumpe oder Lüftung anfallen. Prüfen Sie die Förderdatenbank des Bundes. Landesförderungen, etwa in Bayern oder NRW, können zusätzlich möglich sein.

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