Überblick
Der Bereich in Kürze
Energie & Solar umfasst alle Gewerke, die Strom und Wärme im Gebäude erzeugen, speichern oder verteilen. Dazu zählen Photovoltaik, Batteriespeicher, Wärmepumpen, Solarthermie und der hydraulische Abgleich. Die Leistungen reichen vom Aufmaß über die Montage bis zur Abnahme nach VDE 0100-600:2017-06 und DIN EN 62446-1:2016-11. Hanswil ordnet jedem Schritt die geltende Norm und die nötige Qualifikation zu.
Der Leser steht oft vor der Frage: Solarteur oder Wärmepumpen-Installateur? Die Antwort hängt am Gewerk. PV-Anlagen installiert ein Elektro- oder Solarteur-Meisterbetrieb mit Eintrag in die Handwerksrolle. Wärmepumpen montiert ein SHK-Betrieb, der Kältearbeiten nach WHG ausführen darf. Hanswil zeigt, welcher Betrieb welche Leistung abrechnen darf und wo Sie das öffentlich prüfen.
Gewerke
Die Gewerke dieses Bereichs
Leistungen
Die Leistungen dieses Bereichs
Gut zu wissen
Wann Sie einen Fachbetrieb beauftragen sollten
Rufen Sie einen Fachbetrieb, sobald Sie eine Vorstellung von Verbrauch, Dachfläche und Heizlast haben. Ohne diese drei Werte ist jedes Angebot Schätzung. Ein Solarteur braucht für die Auslegung den Jahresstromverbrauch, ein Wärmepumpen-Installateur die Heizlast nach DIN EN 12831-1:2017-09.
Bei Förderanträgen gilt: erst Angebot, dann Antrag, dann Auftrag. Die KfW verlangt für Programm 458 einen Nachweis der Energieeffizienz-Expertin. Wer zuerst beauftragt, verliert den Zuschuss. Hanswil rät, vor jeder Unterschrift die Förderfähigkeit schriftlich bestätigen zu lassen.
Preisübersicht
Preise im Detail nach Ausführung
Bundesweit übliche Spannen, ohne Sonderfälle (Denkmalschutz, schwieriger Zugang, gehobene Ausstattung).
| Leistung | Übliche Preisspanne | Was Sie wissen sollten |
|---|---|---|
| Photovoltaikanlage 10 kWp inkl. Montage | 12.000–18.000 € | Dachform, Ziegelart, Gerüst, Speicher; ländlich günstiger |
| Batteriespeicher 5–10 kWh inkl. Einbau | 4.000–8.000 € | Kapazität, Notstromfähigkeit, Hersteller |
| Wärmepumpe Luft-Wasser inkl. Einbau | 18.000–35.000 € | Vorlauftemperatur, Heizkörpertausch, Elektroanschluss |
| Balkonkraftwerk 600–800 W inkl. Anmeldung | 500–1.200 € | Modul, Wechselrichter, Halterung, Zähler |
| Hydraulischer Abgleich inkl. Protokoll | 800–2.000 € | Heizkörperanzahl, Ventile, Förderfähigkeit nach BAFA |
| Solarthermie 5 m² inkl. Montage | 4.500–7.500 € | Kollektorart, Speicher, Dachanbindung |
| Sanierungsfahrplan nach DIN V 18599 | 500–1.500 € | Gebäudegröße, Vor-Ort-Begehung, Förderzuschuss 50 % |
Förderung & Normen
Förderungen, Normen und Pflichten
Für Energie & Solar gelten zentrale Normen: DIN VDE 0100-712:2016-10 für PV-Anlagen, DIN EN 62446-1:2016-11 für Prüfung und Dokumentation, VDE-AR-N 4105:2018-11 für den Netzanschluss, DIN 4108-2:2013-02 für Wärmeschutz und GEG § 71 für den Heizungstausch. Wärmepumpen brauchen zusätzlich die DIN EN 14511-1:2022-11 für Leistungsdaten und die TRBS 1203 für Sachkundige. Jede Norm mit Fassungsdatum ist im Angebot zu nennen.
Förderung: KfW-Programm 458 (Heizungstausch, Zuschuss 30–70 %, Stand 2024) und BAFA-BEG-Einzelmaßnahme (Wärmepumpe, PV-Speicher, Solarthermie) sind die Haupttöpfe. Für Balkonkraftwerke gibt es keine Bundesförderung, aber Länderprogramme wie Bayern oder NRW. Prüfen Sie die Förderdatenbank des Bundes und die Handwerkskammer-Suche, ob Ihr Betrieb in der Handwerksrolle steht.
Tipps
Die Tipps von Hanswil vor der Unterschrift
🧰 Hanswil, unser Maskottchen, teilt seine Tipps und praktischen Hinweise, damit Ihr Vorhaben gelingt. Wer ist Hanswil?
Dach vor PV prüfen
Lassen Sie vor der PV-Montage die Dachhaut prüfen – eine Sanierung nachträglich kostet 3.000–6.000 € extra. Hanswil rät: Dachdecker zuerst, Solarteur danach.
Speicher richtig dimensionieren
Ein zu großer Speicher rechnet sich nie. Faustregel: 1 kWh pro 1.000 kWh Jahresverbrauch, maximal 10 kWh. Fragen Sie nach der Vollzyklenzahl im Angebot.
Wärmepumpe: Vorlauf prüfen
Vor der Wärmepumpe prüfen: Vorlauftemperatur unter 55 °C bei Normaußentemperatur? Wenn nicht, erst Heizkörper tauschen – sonst wird die JAZ schlecht.
Balkonkraftwerk anmelden
Balkonkraftwerk: Anmeldung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur ist Pflicht, beim Netzbetreiber oft nur noch formlos. Hanswil rät: vor dem Kauf den Zählerstand fotografieren.
Förderung vor Auftrag
Förderzusage vor Auftragserteilung einholen – bei KfW 458 und BAFA-BEG ist die Reihenfolge Voraussetzung. Nachträgliche Anträge werden abgelehnt.
Fachbetrieb prüfen
Prüfen Sie die Handwerksrolle Ihrer Handwerkskammer: Nur eingetragene Betriebe dürfen Elektro- und Kältearbeiten ausführen. Hanswil rät: Eintrag schriftlich zeigen lassen.
FAQ
Häufige Fragen
Wer darf eine Photovoltaikanlage installieren?
Eine PV-Anlage darf nur ein eingetragener Elektro- oder Solarteur-Meisterbetrieb installieren, der in der Handwerksrolle der zuständigen Handwerkskammer steht. Die Arbeiten am Netzanschluss sind nach VDE 0100-410:2018-06 und VDE-AR-N 4105:2018-11 auszuführen. Prüfen Sie den Eintrag öffentlich bei Ihrer Handwerkskammer. Für die Abnahme brauchen Sie ein Messprotokoll nach DIN EN 62446-1:2016-11.
Was kostet eine Wärmepumpe inklusive Einbau?
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet inklusive Einbau 18.000–28.000 € im ländlichen Raum, 22.000–35.000 € im Ballungsraum (Markterhebung 2024, eigene Auswertung von Partnerangeboten). Darin enthalten: Gerät, Hydraulik, Elektroanschluss, Inbetriebnahme. Förderung über KfW 458 oder BAFA-BEG mindert den Preis um 30–70 %. Ein Sanierungsfahrplan nach DIN V 18599:2018-09 ist förderfähig.
Welche Norm gilt für den Netzanschluss von PV?
Für den Netzanschluss gilt VDE-AR-N 4105:2018-11 in Verbindung mit DIN VDE 0100-712:2016-10. Der Netzbetreiber verlangt ein Einspeisemanagement und ein Messkonzept. Die Anmeldung erfolgt im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur. Der Solarteur muss die Konformität nach VDE 0126-1-1:2013-08 bestätigen. Ohne diese Nachweise keine Abnahme.
Welche Förderung gibt es für Balkonkraftwerke?
Bundesweit gibt es keine direkte Förderung für Balkonkraftwerke. Einige Länder und Kommunen fördern mit 50–200 € pro Anlage, Stand 2024. Die Anmeldung im Marktstammdatenregister ist Pflicht, der Netzbetreiber muss informiert werden. Die Förderdatenbank des Bundes listet aktuelle Programme. Hanswil rät, vor dem Kauf die Förderbedingungen der Gemeinde zu prüfen.