Überblick
Das Gewerk im Überblick:
Maler und Lackierer bearbeiten Innen- und Außenflächen: Wände, Decken, Fassaden, Türen, Fenster und Metalluntergründe. Sie führen Untergrundprüfungen durch, spachteln, grundieren, streichen, lackieren, tapezieren und bringen Wärmedämmverbundsysteme an. Hinzu kommen kreative Techniken, Schimmelsanierung und Brandschutzbeschichtungen. Das Gewerk ist zulassungspflichtig nach Anlage A der Handwerksordnung.
Die Qualifikation beginnt mit der dreijährigen dualen Ausbildung zum Gesellen. Der Meisterbrief im Maler- und Lackiererhandwerk berechtigt zur Selbstständigkeit und Ausbildung. Betriebe müssen in der Handwerksrolle der zuständigen Handwerkskammer eingetragen sein. Pflicht ist eine Betriebshaftpflichtversicherung mit mindestens 3 Mio. € Deckungssumme. Für Schimmelsanierung ist ein Sachkundenachweis nach TRBA 500 nötig, für Wärmedämmverbundsysteme oft eine Zertifizierung nach DIN 18550-1:2018-01.
Know-how
Die Kompetenzen eines qualifizierten Betriebs:
Die fachlichen Aufgaben eines ausgebildeten und versicherten Betriebs.
- Untergrundprüfung nach DIN 18363:2019-09 auf Feuchtigkeit, Haftung und Ebenheit.
- Spachtelarbeiten mit Dispersions- oder Mineralputz bis Q3 nach DIN V 18550:2005-04.
- Grundierung und Tiefengrund nach Herstellerangabe, abhängig von Saugfähigkeit.
- Innenanstrich mit Dispersionsfarbe nach DIN EN 13300:2021-12, Deckvermögen Klasse 1 oder 2.
- Tapezieren mit Vliestapeten nach DIN 18363, inklusive Stoß- und Kantenversatz.
- Fassadenanstrich mit Silikonharzfarbe nach DIN 18363, Untergrundvorbehandlung nach DIN 18550-1.
- Wärmedämmverbundsystem nach DIN 55699:2018-12 und allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung.
Gut zu wissen
Wann Sie einen Fachbetrieb beauftragen sollten
Wenn Feuchtigkeit oder Schimmel sichtbar sind, ist eine fachliche Ursachenprüfung nötig. Ein Malerbetrieb mit Sachkunde nach TRBA 500 prüft den Untergrund, misst die Restfeuchte und saniert mit geeigneten Beschichtungen. Eigenmächtiges Überstreichen führt oft zu erneutem Befall und Gesundheitsrisiken.
Bei Fassadenarbeiten an älteren Gebäuden lohnt der Fachbetrieb: Risse, abplatzende Putze oder undichte Anschlüsse erfordern eine Sanierung nach DIN 18363 und DIN 18550-1. Nur so bleiben Gewährleistung und Förderfähigkeit erhalten – wichtig für BAFA- oder KfW-Zuschüsse.
Budget
Stundensatz und typische Arbeiten
Der Stundenverrechnungssatz für Maler- und Lackiererarbeiten liegt 2024 in Deutschland typischerweise zwischen 45 und 65 € pro Stunde für Gesellen, Meister verlangen 60 bis 85 €. Hinzu kommen An- und Abfahrtspauschalen von 20 bis 50 €, die bei kleineren Aufträgen oft als Mindestpauschale von 80 bis 120 € abgerechnet werden. Die Sätze basieren auf einer Auswertung von Partnerangeboten aus dem Jahr 2023.
Regional weichen die Preise um bis zu 30 % ab: Im ländlichen Niedersachsen kostet die Stunde 40–55 €, im Großraum München 60–80 €. Notdienstzuschläge für Wochenenden oder Feiertage betragen 50–100 % Aufschlag, bei akuten Wasserschäden auch mehr. Diese Spannen sind Schätzungen aus Markterhebungen 2023/2024 und können je nach Betrieb und Auslastung variieren.
Preisübersicht
Preise im Detail nach Ausführung
Bundesweit übliche Spannen, ohne Sonderfälle (Denkmalschutz, schwieriger Zugang, gehobene Ausstattung).
| Leistung | Übliche Preisspanne | Was Sie wissen sollten |
|---|---|---|
| Innenwand streichen (2 Anstriche, Dispersionsfarbe) | 8–15 €/m² | Untergrund, Farbqualität, Abkleben und Abdecken |
| Decke streichen (inkl. Gerüst oder Podest) | 10–18 €/m² | Höhe, Zugänglichkeit, Anzahl der Anstriche |
| Fassade streichen (Reinigung, Grundierung, 2 Anstriche) | 25–45 €/m² | Untergrund, Gerüst, Witterung, Farbsystem |
| Tapezieren (Vlies, inkl. Kleister) | 12–25 €/m² | Tapetenart, Muster, Untergrundvorbereitung |
| Lackieren von Türen (einblatt, inkl. Ausbau) | 80–150 €/Stück | Zustand, Anzahl Anstriche, Lackart |
| Schimmelsanierung (bis 0,5 m², inkl. Nachweis) | 150–300 €/m² | Ursache, Befallstiefe, Desinfektion und Neuanstrich |
| Wärmedämmverbundsystem (WDVS) aufbringen | 90–160 €/m² | Dämmstärke, Untergrund, Dübel, Armierung |
Tipps
Die Tipps von Hanswil vor der Unterschrift
🧰 Hanswil, unser Maskottchen, teilt seine Tipps und praktischen Hinweise, damit Ihr Vorhaben gelingt. Wer ist Hanswil?
Angebot prüfen
Lassen Sie sich im Angebot die Fläche in m² und den Untergrund nennen. Fehlt das Aufmaß, fehlt die Grundlage für einen Vergleich.
Untergrund checken
Fragen Sie nach der Vorbehandlung: Tiefengrund, Spachtelung, Schleifen. Ohne diese Schritte hält der Anstrich oft nicht die zugesagte Zeit.
Meisterbetrieb wählen
Prüfen Sie die Handwerksrolle Ihrer Handwerkskammer. Nur ein eingetragener Meisterbetrieb darf Malerarbeiten als Gewerk anbieten.
Versicherung zeigen
Verlangen Sie die Betriebshaftpflicht-Police. Deckungssumme mindestens 3 Mio. € für Personen- und Sachschäden sind üblich.
Abnahme planen
Vereinbaren Sie eine gemeinsame Abnahme nach VOB/C. Prüfen Sie Farbton, Deckung und Kanten – Mängel sofort schriftlich rügen.
Förderung nutzen
Bei Fassadenarbeiten im Rahmen der BEG-EM prüfen: BAFA-Zuschuss bis 20 % für energetische Sanierung, Antrag vor Beginn stellen.
FAQ
Häufige Fragen
Welche Qualifikationen muss ein Maler- und Lackiererbetrieb haben?
Ein Meisterbetrieb ist in der Handwerksrolle der zuständigen Handwerkskammer eingetragen und beschäftigt einen Meister im Maler- und Lackiererhandwerk. Für Arbeiten an Fassaden und Innenräumen sind keine zusätzlichen Sachkundenachweise nötig, wohl aber für den Umgang mit lösemittelhaltigen Stoffen (TRGS 510) und bei Schimmelbeseitigung (TRBA 500). Prüfen Sie den Eintrag über die Handwerkskammer-Suche.
Welche Normen gelten für Maler- und Lackiererarbeiten?
Relevant sind DIN 18363 (VOB/C, Maler- und Lackiererarbeiten), DIN 18533-1:2017-07 für Abdichtungen, DIN 4108-3:2018-09 für Wärme- und Feuchteschutz sowie DIN 4109-1:2018-01 für Schallschutz. Die Untergrundvorbereitung richtet sich nach DIN 18363 Abschnitt 3. Lassen Sie sich die Normen im Angebot nennen und vergleichen Sie die Positionen.
Was kostet das Streichen einer 3-Zimmer-Wohnung?
Für eine 80 m² große Wohnung mit Decken und Wänden (ca. 220 m² Fläche) liegen die Kosten 2024 zwischen 2.500 und 4.500 € inklusive Material und Vorbereitung. Im ländlichen Raum sind es eher 2.200–3.500 €, im Ballungsraum 3.200–5.000 €. Die Spanne hängt von Untergrund, Anzahl der Farbanstriche und ob Möbel abgedeckt werden müssen.
Wann ist ein Sachkundenachweis nach TRGS 519 erforderlich?
TRGS 519 ist für Asbestarbeiten relevant, nicht für Malerarbeiten. Für Maler- und Lackiererarbeiten ist bei Schimmelbeseitigung die TRBA 500 zu beachten, bei Lösemitteln die TRGS 510. Ein Sachkundenachweis nach TRBS 1203 ist nur nötig, wenn der Betrieb Gefahrstoffe verwendet, die eine Gefährdungsbeurteilung erfordern. Fragen Sie im Angebot nach den Qualifikationen der Mitarbeiter.
Weiterlesen