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Gewerk im Portrait

Garten- und Landschaftsbau: Aufgaben, Qualifikation und Preise im Überblick

Vom Aufmaß bis zur Abnahme: Wer Außenanlagen plant und baut, arbeitet nach DIN 18320 und braucht den Eintrag in der Handwerksrolle. Hier stehen Leistungen, Nachweise, Preisspannen und Förderwege – sachlich und prüfbar.

Arbeiten: Garten & Außenanlagen

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🌳 2026Stand Der Preisangaben

Überblick

Das Gewerk im Überblick:

Der Garten- und Landschaftsbau umfasst Erd- und Pflanzarbeiten, Wege, Terrassen, Mauern, Bewässerung und Entwässerung. Er richtet sich nach DIN 18320:2019-09 (VOB/C) für Landschaftsbauarbeiten sowie DIN 18915:2018-06 für Bodenarbeiten und DIN 18916:2016-12 für Pflanzarbeiten. Dazu kommen DIN 18533-1:2017-07 bei erdberührten Bauteilen und DIN 4109-1:2018-01 für den Schallschutz an Grundstücksgrenzen.

Qualifikation: Der Betrieb muss als Meisterbetrieb in der Handwerksrolle der zuständigen Handwerkskammer eingetragen sein; der Garten- und Landschaftsbau ist zulassungspflichtiges Handwerk nach Anlage A der Handwerksordnung. Für Pflanzenschutzmittel ist der Sachkundenachweis nach § 9 PflSchG nötig. Pflicht sind eine Betriebshaftpflichtversicherung, üblich mit 3 bis 5 Mio. € Deckungssumme, sowie die Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft Bau.

Know-how

Die Kompetenzen eines qualifizierten Betriebs:

Die fachlichen Aufgaben eines ausgebildeten und versicherten Betriebs.

  • Erd- und Bodenarbeiten nach DIN 18915:2018-06, inklusive Bodenaustausch und Verdichtungsnachweis.
  • Pflanzarbeiten nach DIN 18916:2016-12 mit Fertigstellungs- und Entwicklungspflege.
  • Wegebau und Pflasterarbeiten nach DIN 18318:2019-09, mit Randeinfassung und Gefälle.
  • Terrassen und Sichtschutz nach DIN 18320:2019-09, inklusive Unterbau und Dränage.
  • Entwässerung und Rigolen nach DIN 1986-100:2016-12 und ATV-DVWK-Arbeitsblatt.
  • Bewässerungsanlagen mit VDE 0100-702:2018-06 für Außenanlagen im Erdreich.
  • Grundstücksgrenzen und Schallschutz nach DIN 4109-1:2018-01 bei Einfriedungen.

Gut zu wissen

Wann Sie einen Fachbetrieb beauftragen sollten

Wenn Erdbewegungen, Pflasterarbeiten oder Pflanzungen mehr als eine Handwerksstunde brauchen, gehört das Gewerk in die Hand eines Meisterbetriebs. Eigenleistung bleibt möglich, verliert aber Gewährleistung und Versicherungsschutz – bei Schäden an Leitungen oder Nachbargrundstücken wird es teuer.

Sobald eine Baugenehmigung, ein Bebauungsplan oder Grenzabstände betroffen sind, brauchen Sie einen Betrieb mit Erfahrung in Vergabe und Abnahme. Er kennt die Vorgaben der Landesbauordnung und kann Nachweise für Versickerung und Entwässerung führen.

Budget

Stundensatz und typische Arbeiten

Der Stundenverrechnungssatz im Garten- und Landschaftsbau liegt 2024 zwischen 45 und 65 € pro Arbeitsstunde für Facharbeiten. Hinzu kommen Fahrtkosten von 0,50 bis 1,20 € je Kilometer, oft pauschal mit 30 bis 60 € pro Einsatz. Bei Notfällen, etwa Sturmschäden oder umgestürzten Bäumen, wird ein Zuschlag von 50 bis 100 % auf den Stundensatz berechnet.

Regional weichen die Sätze um bis zu 30 % voneinander ab: Im ländlichen Niedersachsen oder Mecklenburg-Vorpommern werden 45–55 €/h verlangt, im Großraum München, Stuttgart oder Hamburg 60–75 €/h. Die Preise basieren auf einer Markterhebung von Hanswil aus dem Jahr 2024 unter 180 Partnerbetrieben. Für Wochenend- oder Feiertagseinsätze gilt ein Zuschlag von 25 bis 50 %.

Preisübersicht

Preise im Detail nach Ausführung

Bundesweit übliche Spannen, ohne Sonderfälle (Denkmalschutz, schwieriger Zugang, gehobene Ausstattung).

LeistungÜbliche PreisspanneWas Sie wissen sollten
Gartengestaltung (Planung und Neuanlage) 40–80 €/m² Bodenbeschaffenheit, Zugänglichkeit, Pflanzendichte und regionale Lohnkosten beeinflussen den Preis.
Terrasse anlegen (Naturstein oder Betonplatten) 90–160 €/m² Materialwahl, Unterbau, Entwässerung und Größe der Fläche bestimmen die Kosten.
Rasen anlegen (Rollrasen oder Ansaat) 8–20 €/m² Rollrasen ist teurer als Ansaat, Bodenvorbereitung und Bewässerung kommen hinzu.
Gartenzaun setzen (Doppelstabmattenzaun) 70–130 €/m Höhe, Material (verzinkt oder pulverbeschichtet), Fundament und Torantrieb variieren.
Sichtschutzzaun montieren (Holz oder WPC) 80–150 €/m Holzart, Pfostenabstand, Windlast und individuelle Höhe wirken auf den Preis.
Baumpflege und Fällarbeiten 300–800 €/Baum Baumgröße, Lage, Seilklettertechnik und Entsorgung des Schnittguts sind entscheidend.
Bewässerungsanlage installieren 25–50 €/m² Fläche, Anzahl der Kreise, Steuerung und Wasseranschluss bestimmen den Aufwand.

Tipps

Die Tipps von Hanswil vor der Unterschrift

🧰 Hanswil, unser Maskottchen, teilt seine Tipps und praktischen Hinweise, damit Ihr Vorhaben gelingt. Wer ist Hanswil?

Aufmaß vor dem Angebot

Lassen Sie vor jeder Unterschrift ein Aufmaß nach DIN 18320 anfertigen und mit dem Angebot vergleichen. Wer ohne Aufmaß kalkuliert, rechnet Nachträge später zu Ihren Lasten.

🧰 HanswilOffizielles Maskottchen

FAQ

Häufige Fragen

Welche Qualifikationen muss ein Garten- und Landschaftsbauer vorweisen?

Ein Garten- und Landschaftsbauer ist ein zulassungspflichtiges Handwerk nach Anlage A der Handwerksordnung. Der Betrieb muss in der Handwerksrolle der zuständigen Handwerkskammer eingetragen sein. Der Meisterbrief im Garten- und Landschaftsbau oder ein gleichwertiger Abschluss ist Voraussetzung für die Eintragung. Zusätzlich sind Sachkundenachweise nach Pflanzenschutzgesetz und TRBS 1203 für Arbeiten mit Gefahrstoffen erforderlich. Prüfen Sie die Eintragung öffentlich über die Handwerkskammer-Suche oder das Handelsregister.

Was kostet die Neuanlage eines Gartens mit Terrasse und Bepflanzung?

Die Kosten hängen von Größe, Bodenverhältnissen und Ausstattung ab. Für einen 200 m² großen Garten mit Terrasse (30 m²), Rasen, Beeten und Bepflanzung liegen die Preise 2024 zwischen 12.000 und 25.000 €. Im ländlichen Raum sind es eher 10.000–18.000 €, im Ballungsraum 15.000–30.000 €. Eine detaillierte Planung mit Sanierungsfahrplan und Bodenanalyse erhöht die Genauigkeit. Förderungen wie KfW-Programm 458 sind nur bei energetischer Sanierung relevant, nicht für reine Gartenarbeiten.

Welche Normen und Regelwerke gelten für den Garten- und Landschaftsbau?

Wichtige Normen sind DIN 18320 (VOB/C Landschaftsbauarbeiten), DIN 18915 (Bodenarbeiten), DIN 18916 (Pflanzen und Pflanzarbeiten), DIN 18917 (Rasen und Saatarbeiten) und DIN 18918 (Ingenieurbiologische Bauweisen). Für Entwässerung gilt DIN 1986-100:2016-12, für Treppen und Geländer DIN 18065:2020-08. Bei Terassen sind DIN 18533-1:2017-07 (Abdichtung) und DIN 4109-1:2018-01 (Schallschutz) zu beachten. Die aktuellen Fassungen sind kostenpflichtig beim Beuth Verlag einsehbar.

Wie erkenne ich einen seriösen Garten- und Landschaftsbaubetrieb?

Achten Sie auf die Eintragung in der Handwerksrolle der Handwerkskammer, die Sie online prüfen können. Ein Meisterbetrieb im Sinne der Handwerksordnung bietet Gewähr für qualifizierte Ausführung. Verlangen Sie Referenzen aus Ihrer Region und eine detaillierte Angebotsaufstellung mit Positionen nach VOB/C. Eine örtliche Begehung (Ortsbegehung) vor Vertragsabschluss ist Pflicht. Prüfen Sie die Betriebshaftpflichtversicherung und lassen Sie sich die Sachkundenachweise für Pflanzenschutz und Arbeitssicherheit zeigen.

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