Überblick
Was Flachdach abdichten konkret bedeutet
Flachdach abdichten ist eine Abdichtungsarbeit nach DIN 18533-1:2017-07, bei der die Dachfläche gegen Niederschlagswasser und Feuchtigkeit geschützt wird. Sie betrifft Flachdächer und flach geneigte Dächer unter 5 Grad Neigung, wie sie bei Garagen, Anbauten, Carports und Gewerbebauten vorkommen. Der Untergrund – Beton, Holz oder Mauerwerk – bestimmt, welche Abdichtungsart zulässig ist.
Die Arbeit richtet sich an Bauherren, die eine bestehende Abdichtung erneuern oder ein neues Flachdach abdichten lassen wollen. Die zentrale Anforderung ist das Gefälle: mindestens 2 Prozent, damit Wasser abläuft. Weitere Vorgaben kommen aus den VDD-Richtlinien des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks, etwa zur Verarbeitung von Bitumen- und Kunststoffbahnen.
Ablauf
Ablauf beim Flachdach abdichten Schritt für Schritt
Der Ablauf beginnt mit dem Aufmaß und einer Ortsbegehung, bei der der Handwerker den Untergrund, das vorhandene Gefälle und den Zustand der Bausubstanz prüft. Danach folgt die Vorbereitung: alte Bahnen werden entfernt, Risse und Unebenheiten saniert, der Untergrund gereinigt und getrocknet. Erst wenn die Restfeuchte stimmt, wird der Voranstrich aufgebracht. Diese Schritte machen einen erheblichen Teil der Abrechnung aus und sollten im Angebot einzeln aufgeführt sein.
Die eigentliche Abdichtung erfolgt je nach Aufbau mit Bitumenbahnen nach DIN 18533-1:2017-07 oder mit Kunststoff- und Kautschukbahnen. Die Bahnen werden in mehreren Lagen verlegt und die Nähte verschweißt oder verklebt. Bei Wärmedämmung kommt eine Dämmplatte zwischen Untergrund und Abdichtung, deren Wärmeleitfähigkeit in W/(m·K) angegeben wird. Kritisch sind Anschlüsse an Attika, Lichtkuppeln und Rohrdurchdringungen – hier entstehen die meisten Undichtigkeiten.
Die Bauzeit liegt bei einer Fläche von 50 bis 100 Quadratmetern üblicherweise bei drei bis sieben Arbeitstagen, abhängig von Untergrund und Witterung. Ausführende Gewerke sind Dachdecker und Zimmerer; beide müssen im betreffenden Gewerk in die Handwerksrolle der zuständigen Handwerkskammer eingetragen sein. Bei Arbeiten an der Dämmung kann zusätzlich ein Energieberater für den Sanierungsfahrplan hinzugezogen werden. Die Abnahme erfolgt nach Fertigstellung, idealerweise mit Dichtigkeitsprüfung.
Budget
Flachdach abdichten: Was kostet die Sanierung?
In Deutschland liegen die Kosten für das Abdichten eines Flachdachs je nach Aufbau und Material zwischen 60 und 120 €/m² für eine einfache Bitumenabdichtung mit einer Lage. Im Großraum München, Stuttgart oder Frankfurt sind 90–150 €/m² üblich, im ländlichen Niedersachsen oder Mecklenburg-Vorpommern 50–100 €/m² (Markterhebung 2024, eigene Auswertung von Partnerangeboten).
Die Spanne hängt ab von der Dachgröße, der Anzahl der Lagen, dem Untergrund (Beton, Holz, Trapezblech), der Dämmung, dem Gefälle, der Anzahl von Durchdringungen (Lichtkuppeln, Lüfter, Kamin) und der Zugänglichkeit. Auch die Entsorgung des alten Materials und die Gerüststellung schlagen mit 10–25 % der Gesamtkosten zu Buche.
Preisübersicht
Preise im Detail nach Ausführung
Bundesweit übliche Spannen, ohne Sonderfälle (Denkmalschutz, schwieriger Zugang, gehobene Ausstattung).
| Leistung | Übliche Preisspanne | Was Sie wissen sollten |
|---|---|---|
| Flachdach abdichten mit Bitumen (2 Lagen) | 80–140 €/m² | Inklusive Untergrundvorbereitung, aber ohne Dämmung und Entsorgung; regional bis ±30 %. |
| Flachdach abdichten mit EPDM-Folie (1,2 mm) | 90–160 €/m² | Folie wird verklebt oder mechanisch befestigt; bei vielen Durchdringungen teurer. |
| Flachdach abdichten mit PVC-Folie (1,5 mm) | 95–170 €/m² | Heißluftverschweißt; bei Gründachaufbau oder Kiesauflage höherer Aufwand. |
| Flüssigkunststoff-Abdichtung (PUR) | 120–200 €/m² | Für komplexe Geometrien und Anschlüsse; meist nur bei kleinen Flächen wirtschaftlich. |
| Dampfsperre und Dämmung (PUR/PIR 120 mm) | 40–70 €/m² | Zusätzlich zur Abdichtung; Wärmeleitgruppe 025–030, Förderung über BAFA möglich. |
| Entsorgung der alten Dachhaut | 15–30 €/m² | Abhängig von Material (teerhaltig = Sondermüll) und Deponiegebühren vor Ort. |
| Gerüststellung und Sicherung | 8–20 €/m² | Bei Flachdächern oft geringer als bei Steildächern, aber bei Höhen > 3 m aufwendiger. |
Gut zu wissen
Wann Flachdach abdichten? Anzeichen und Zeitpunkt
Sie sollten handeln, wenn Sie nach starkem Regen Wasserflecken an der Decke oder feuchte Stellen an der Wand bemerken, wenn sich Blasen oder Risse in der Dachhaut zeigen, wenn das Dach älter als 20 Jahre ist oder wenn sich das Gefälle verändert hat und Pfützen stehen bleiben. Auch nach einem Sturm mit abgelösten Bahnen oder nach einem Hagelereignis ist eine Ortsbegehung durch einen Dachdecker-Meisterbetrieb ratsam.
Ein weiterer Auslöser ist der geplante Einbau einer Photovoltaikanlage oder einer Dachterrasse: Dann muss die Abdichtung ohnehin erneuert werden. Spätestens wenn der Sanierungsfahrplan der KfW oder ein Energieberater eine Dachdämmung empfiehlt, sollten Sie die Abdichtung mitplanen. Warten Sie nicht bis zum Winter, denn Frost und Schneelast verstärken bestehende Schäden.
Tipps
Die Tipps von Hanswil vor der Unterschrift
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Untergrund vorher prüfen
Lassen Sie den Untergrund auf Feuchtigkeit und Risse prüfen, bevor die Abdichtung kommt. Ein Aufmaß mit Protokoll schützt Sie später bei der Abnahme und bei Reklamationen.
Gefälle im Blick behalten
Ein Flachdach braucht ein Gefälle von mindestens 2 Prozent. Prüfen Sie, ob das im Angebot steht – sonst bleibt Wasser stehen und die Abdichtung hält nicht.
Norm im Angebot fordern
Verlangen Sie im Angebot die Angabe der Norm, nach der abgedichtet wird, etwa DIN 18533-1:2017-07. Fehlt sie, können Sie die Leistung nicht sachlich vergleichen.
Qualifikation nachsehen
Prüfen Sie den Betrieb in der Handwerksrolle Ihrer zuständigen Handwerkskammer. Ein Meisterbetrieb ist keine Floskel, sondern ein Eintrag, den Sie öffentlich nachsehen können.
Förderung vorher klären
Bei einer Dachsanierung mit Dämmung kann die BAFA-BEG-Einzelmaßnahme greifen. Klären Sie die Förderfähigkeit, bevor Sie unterschreiben – nachträglich ist nichts mehr möglich.
Abnahme schriftlich machen
Bestehen Sie auf einer schriftlichen Abnahme mit Datum und Unterschrift. Nur so haben Sie einen Nachweis, falls später Feuchtigkeit eindringt und Sie Gewährleistung geltend machen.
FAQ
Häufige Fragen
Welche Normen gelten für die Abdichtung eines Flachdachs?
Maßgeblich ist die DIN 18533-1:2017-07 „Abdichtung von erdberührten Bauteilen“ sowie für genutzte Flachdächer die DIN 18531-1:2017-07. Hinzu kommen die Flachdachrichtlinie des ZVDH (Fassung 2016-10) und die DIN 4108-3:2018-10 für den Wärmeschutz. Lassen Sie sich im Angebot die normgerechte Ausführung, die Dachneigung und die Gefälleplanung (mindestens 2 % für Entwässerung) schriftlich bestätigen.
Was kostet die Abdichtung eines Flachdachs pro Quadratmeter?
Die Kosten liegen 2024 je nach Aufbau und Region zwischen 90 und 160 €/m² für eine Bitumenabdichtung inklusive Dämmung und Gefälle. Im ländlichen Niedersachsen sind es eher 90–120 €/m², im Großraum München 130–160 €/m². Bei einer EPDM-Folie kommen 20–40 €/m² hinzu. Die Werte sind Schätzungen aus Markterhebungen von Hanswil-Partnerangeboten 2023/2024.
Welche Qualifikation muss der Betrieb für Flachdacharbeiten haben?
Der Betrieb muss als Dachdecker- oder Zimmererbetrieb in der Handwerksrolle der zuständigen Handwerkskammer eingetragen sein. Für die Verarbeitung von Kunststoff- und Bitumenbahnen ist ein Meisterbetrieb im Sinne der Handwerksordnung erforderlich, oft mit zusätzlichem Sachkundenachweis nach TRBS 1203 für Arbeiten an absturzgefährdeten Stellen. Prüfen Sie die Eintragung öffentlich über die Handwerkskammer-Suche.
Welche Förderung gibt es für die Flachdachsanierung mit Dämmung?
Für die energetische Sanierung können Sie Mittel aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) beantragen. Die BAFA-BEG-Einzelmaßnahme fördert Dämmung und Abdichtung, wenn ein U-Wert von mindestens 0,14 W/(m²·K) erreicht wird. Alternativ bietet das KfW-Programm 458 zinsgünstige Kredite. Die aktuelle Förderrichtlinie (Stand 2024) und die Förderdatenbank des Bundes geben Auskunft über Konditionen.
Wie läuft die Abnahme nach der Flachdachabdichtung ab?
Vor der Abnahme muss eine Dichtheitsprüfung erfolgen: entweder eine visuelle Kontrolle aller Nähte und Anschlüsse oder eine Wasserdichtheitsprüfung nach DIN 18531-3:2017-07. Bei extensiver Begrünung ist ein Abflussnachweis zu führen. Lassen Sie sich die Prüfprotokolle und die Gewährleistung von mindestens 5 Jahren gemäß VOB/B schriftlich geben. Die Abnahme sollte im Beisein des Bauleiters erfolgen.
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